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László Moholy-Nagy "Selbstporträt"

László Moholy-Nagy
László Moholy-Nagy
(1895-1946)
„Selbstporträt“
Wachskreide auf Papier. 37,9 x 31 cm. Signiert "Moholy Nagy" oben rechts

Provenienz: Privatsammlung Berlin
Auktionsergebnis:
225.000,- US$
(183.000,- €)
Weltrekord
Einen absoluten Weltrekord konnten wir für das circa 1919 entstandene Selbstporträt des Lászlo Moholy-Nagy aufstellen. Zum ersten Mal wurde eine monochrome Papierarbeit des Künstlers für einen derartigen Spitzenpreis zugeschlagen.
Bevor sich der ehemalige Eigentümer des Werkes an Sascha Tyrra wandte, schlummerte die Zeichnung jahrzehntelang unbeachtet in einem Berliner Privathaushalt.
 
László Moholy-Nagy wird von Krisztina Passuth in Ihrer Monographie aus dem Jahre 1982 in Bezug auf ein beinahe identisches Selbstportrait aus dem Besitz von Hattula Maholy Nagy zitiert:
"Mein "Problem" war , alles nur durch Linien auszudrücken; dabei gelangte ich zu erregenden Erfahrungen, besonders durch die Überbetonung der Linien. Ich versuchte, die drei Dimensionen so darzustellen, daß ich an Stellen, an denen gewöhnlich keine Linien verwendet werden, Hilfslinien gebrauchte. Das Ergebnis war ein kompliziertes Netzwerk mit besonderer räumlicher Qualität, das auf völlig neue Probleme angewendet werden konnte. Mit einem solchen Netzwerk konnte ich zum Beispiel die runde Form des Himmels darstellen, ähnlich dem Inneren einer Kugel. Die Zeichnungen wurden zu rhythmisch gegliederten Liniennetzen, die nicht so sehr den Gegenstand zeigten als vielmehr die durch diesen in mir hervorgerufene Erregung."
Moholy-Nagy in The New Vision: From Material to Architecture and Abstract of an Artist. N.Y. 1947

Weiterhin bemerkt Passuth: "Das Ergebnis der Entdeckung der Linie war eine Gruppe von Portraits, die den reifen, befreiten Künstler als hervorragenden Zeichner ausweist. In nur ein bis zwei Jahren entfaltete er eine künstlerische Tätigkeit von durchschlagender Kraft. Seine detaillierten Liniennetze und die auf den weißen Grund sich befreit wölbenden Linien zeigen sowohl seine Souveränität als auch die Sicherheit und Unabhängigkeit, technische Schwierigkeiten zu meistern. Sie zeigen aber auch sein spezifisches Einfühlungsvermögen: Die Linien existieren nicht zum Selbstzweck, sie sind nicht nur dekorativ, sondern umtasten die Oberfläche und die Runzeln des Angesichts. Bei den jüngeren Modellen treten die geschwungenen Haarlocken, bei den älteren eher die charakteristischen Falten von Kinn und Doppelkinn in den Vordergrund. Die Gesichter sind schwungvolll, der Blick lebt, und der meist volle Mund scheint sich zu bewegen. Trotzdem ist die Komposition als Ganzes ruhig und ausgeglichen."
 
 Literatur:
 Vgl. Krisztina Passuth, Moholy-Nagy, Weingarten, 1982


Stand 2010
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Letzte Aktualisierung der Seite "László Moholy-Nagy - Impressionistische und Moderne Kunst - Auktionserfolge - Sascha Tyrra Kunstvermittlung": 20.05.2013
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